Typische Fragen im Vorstellungsgespräch 

 

Na, treten die schon die Schweißperlen auf die Stirn, wenn du an dein Vorstellungsgespräch denkst? Keine Sorge, du bist nicht alleine. Egal welche Fragen, Vorstellungsgespräche haben fast immer einen gewissen Stressfaktor für meine Kundinnen. Jede von uns fragt sich bei einer Bewerbung: Welche Fragen kommen im Vorstellungsgespräch auf mich zu? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Es gibt einfach so viele verschiedene Fragetechniken und -stile, dass man nicht pauschal beantworten kann, welche Fragen im Vorstellungsgespräch zu erwarten sind. Daher schauen wir uns einfach ein paar typische Fragen im Vorstellungsgespräch an und wie man darauf am besten reagiert. 

 

Die Klassiker

 

Jeder kennt sie, jeder hat davon gehört: die typischen Fragen nach Stärken, Schwächen, Zielen, Erfahrungen… Auch wenn mittlerweile immer mehr neue Fragetechniken im deutschsprachigen Raum Einzug halten, kommen die Klassiker doch immer noch häufig vor. Auf diese Fragen kannst du dich gut vorbereiten, denn sie variieren meistens sehr wenig. 

 

Als erstes wirst du wahrscheinlich nach deiner bisherigen Erfahrung gefragt. Wichtig ist hier, dass du dich auf relevante Erfahrungen beschränkst, vor allem wenn du bereits mehrere Jahre Berufserfahrung hast. Irgendwann interessiert es die Arbeitgeber einfach nicht mehr, welche Ausbildung du absolviert hast oder wo du in die Schule oder Uni gegangen bist. Konzentriere dich daher lieber auf deine letzten Stellen und welche relevanten Erfahrungen du dort gesammelt hast. Diese Frage sollte noch relativ einfach zu beantworten sein. 

 

Schwieriger ist da schon die Frage nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch. Meine Kundinnen sind sich oft unsicher, wie man diese Fragen im Vorstellungsgespräch am besten beantwortet. Zu Stärken und Schwächen gibt es so viel zu sagen, dass ich in anderen Artikeln im Detail auf diese beiden Fragen eingehe. Grundsätzlich geht es bei den Fragen darum, ob du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst bist. Bei den Stärken ist das wichtig, weil du sie dann gezielt einsetzen kannst, um deine Ziele zu  erreichen. Was die Schwächen betrifft, legen die Arbeitgeber Wert darauf, dass du erkennst, was du nicht so gut kannst und Wege findest, damit umzugehen. Schließlich sollen deine Schwächen nicht deine Leistung beeinträchtigen. Auf die Fragen nach Stärken und Schwächen solltest du unbedingt mit Beispielen antworten, die auch für die Arbeit relevant sind. Es interessiert den Arbeitgeber zum Beispiel wenig, ob du gut Volleyball spielst. Du kannst so ein Beispiel nur insofern einsetzen, als du dadurch deine Teamfähigkeit unterstreichen kannst. 

 

Bei der Frage nach den Zielen empfehlen viele Ratgeber, sich gut zu überlegen, was man hier antwortet. Ehrlich gesagt halte ich nichts davon, Antworten zu geben, bei denen du flunkern oder dich verstellen musst. Ich habe vor kurzem bei einer Karrieremesse mindestens zwanzig Personaler interviewt und sie waren sich alle in diesem Punkt einig: Lügen geht gar nicht. Der Bewerber muss authentisch sein. Die Firmen suchen ja Mitarbeiter, die zur Firma und zum Team passen und die einige Zeit in ihrer Rolle bleiben werden. Es hat überhaupt keinen Sinn, dich zu verstellen, weil du das meist nicht lange aufrecht erhalten kannst oder unglücklich wirst, weil du nicht du selbst sein kannst. Wenn du also nach deinen Zielen gefragt wirst, überlege nicht, was sie hören wollen, sondern beantworte die Frage wahrheitsgetreu. Das heißt nicht, dass du ihnen erzählen sollst, wenn du in zwei Jahren Kinder haben willst. Diese  Information geht den Arbeitgeber nichts an und er darf danach auch nicht fragen. Aber du kannst sagen, dass du einen sicheren Arbeitsplatz und eine dich erfüllende Tätigkeit suchst und dir eine steile Karriere nicht so wichtig ist. Das trifft meiner Erfahrung nach auf die meisten Frauen in meinem Umkreis zu, die sich irgendwann Kinder wünschen. 

 

Fangfragen oder Stressfragen

 

Das ist wohl der Teil, der den meisten von uns Kopfzerbrechen bereitet. Werden Fangfragen oder Stressfragen im Vorstellungsgespräch gestellt? Wie erkenne und beantworte ich sie? Meine Erfahrung ist, dass sich sehr viele meiner Kundinnen darüber Gedanken machen, bloß keine falschen Antworten zu geben. Viele haben nämlich die Vorstellung, das Vorstellungsgespräch sei eine Prüfung, wo man richtige oder falsche Antworten gibt. Das ist es aber nicht. Das Vorstellungsgespräch ist zuallererst die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen. Natürlich handhabt das jede Firma etwas anders und es gibt Firmen, die Fangfragen oder Stressfragen einsetzen, um deine Reaktion darauf zu testen. Es geht oft auch nicht um deine konkrete Antwort, sondern eher um den Weg, wie du zu deiner Antwort kommst. 

 

Eine meiner Kundinnen wurde zum Beispiel beim Vorstellungsgespräch gefragt, wie viele Friseure es wohl in Österreich gibt. Das hatte absolut gar nichts mit der Stelle zu tun. Sie ist ruhig geblieben und hat begonnen, überschlagsweise zu rechnen, wie viele es sein könnten. Die Firma war mit der Vorgehensweise zufrieden, weil es ihnen nicht um die korrekte Zahl ging, sondern darum zu sehen, wie sie an ein Problem herangeht und versucht, es zu lösen. Also keine Panik bei unerwarteten Fragen im Vorstellungsgespräch. Beantworte sie so gut du kannst und lass dich davon nicht aus dem Konzept bringen. Auf solche Fragen gibt es keine richtige Antwort, sondern es geht darum nicht den Kopf zu verlieren und kreativ über eine Lösung nachzudenken. Übrigens hat die gleiche Bewerberin eine weitere mathematische Frage dann doch etwas aus dem Konzept gebracht - auch diese hatte nichts mit ihrer Stelle zu tun - die Stelle hat sie also doch bekommen. Also keine Sorge, wenn nicht alles 100%ig klappt - niemand ist perfekt und das wissen auch alle Personaler.

 

Verhaltensbasierte Fragen

 

Hast du schon mal von verhaltensbasierten Fragen im Vorstellungsgespräch gehört? Dann bist du schon einen Schritt weiter, als ich es bei meinen ersten Interviews war. Ich habe diese Fragetechnik in einem firmeninternen Workshop kennengelernt und seit ich diese Technik verwende, habe ich viel bessere Mitarbeiter gefunden als vorher. 

 

Verhaltensbasierte Fragen erkennst du daran, dass du nach konkreten Beispielen aus der Vergangenheit gefragt wirst, zum Beispiel wie du eine Aufgabe in Teamwork gelöst hast, wie du mit einem schwierigen Kunden umgegangen bist, wie du deinen Chef von einer Idee überzeugt hast, etc.

Schau dir dazu auch meinen detaillierten Artikel zu verhaltensbasierten Fragen an.
 

Zum Thema Fragen im Vorstellungsgespräch könnte ich noch viel schreiben, aber das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Punkte. Dir stehen noch immer die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben? Kein Problem: Schau dir einfach meine anderen Artikel an, in denen ich auf einzelne Fragestellungen genauer eingehe. Zusammen schaffen wir auch dein nächstes Bewerbungsgespräch! 

Du hast sehr spezifische Fragen oder möchtest die ganz individuelle Betreuung auskosten? Nur keine Scheu, schreib mir einfach.

© 2018 Bettina Árnafjall. Erstellt mit Wix.com.

Women's career lift

Bettina Árnafjall

Raiffeisenplatz 1 - 6341 Ebbs (Österreich)

  • Instagram
  • LinkedIn Social Icon

Mobil +43 677 62648095