Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben? 

 

Diese Frage haben wir uns alle schon mindestens einmal gestellt. Da die meisten von uns sich in der Regel nicht häufig auf neue Stellen bewerben, fragen wir uns immer dann, wenn wir uns wieder auf Jobsuche begeben: “Wie schreibe ich nochmal ein Motivationsschreiben?” Dann wird meistens das letzte Motivationsschreiben herausgekramt und ein paar neue Informationen hinzugefügt. Detailliert überarbeiten wir es eher selten, denn ehrlich gesagt, wer verbringt schon gerne viel Zeit mit Bewerbungen? Das muss doch reichen, oder?

 

Diese Vorgehensweise ist verständlich, denn erstens erfordert das Schreiben eines personalisierten Motivationsschreibens einige Zeit und zweitens ist es für die meisten von uns, besonders für viele Frauen, eine unangenehme Angelegenheit, Werbung für uns selbst zu machen. Wir fühlen uns meistens nicht wohl dabei, positiv über uns zu sprechen, unsere Leistungen hervorzuheben und uns ins Rampenlicht zu stellen. Das ist aber dringend notwendig für eine gute und erfolgreiche Bewerbung. Das Motivationsschreiben ist deine Chance, das Interesse des Arbeitgebers zu wecken und dich zu präsentieren. 

 

Vorbereitung ist das A und O

 

Für ein gutes Motivationsschreiben musst du erst ein bisschen Vorbereitungsarbeit leisten. Wenn du an diesem Punkt ein bisschen Zeit investierst, wird dir das für den gesamten Bewerbungsprozess nützen. Denn was du jetzt vorbereitest, kannst du sowohl für Motivationsschreiben und Lebenslauf, als auch für das Vorstellungsgespräch einsetzen. 

 

Gerade für das Motivationsschreiben ist die Vorbereitung immens wichtig. Der erste Eindruck, den der Arbeitgeber von dir bekommt, ist dieses Schreiben. Das heißt, dein Motivationsschreiben muss Aufmerksamkeit erregen. Aufmerksamkeit erregst du einerseits durch die Art, wie du dich und deine Qualifikationen präsentierst und andererseits durch ein wirklich personalisiertes Schreiben. Denn der Arbeitgeber merkt an deinem Motivationsschreiben sofort, ob du dir Zeit genommen hast und schließt daraus, dass dir die Bewerbung wichtig ist. 

 

Die Stellenbeschreibung ist eine Idealvorstellung

 

Lass dich nicht davon abschrecken, wenn du nicht alle Anforderungen der Stellenbeschreibung erfüllst. Die Stellenbeschreibung ist immer die Beschreibung des idealen Mitarbeiters. Meiner Erfahrung nach findet man so gut wie nie jemanden, der wirklich alle Anforderungen erfüllt. Sehr viele Leute, vor allem aber Männer, bewerben sich auf Stellenanzeigen, auch wenn sie nicht alle Anforderungen zu 100% erfüllen. Konzentriere dich also auf die Anforderungen, die du erfüllst, sowohl die Hard Skills, als auch die Soft Skills. 

 

Mach dir nicht zu viele Gedanken über die Anforderungen, die du nicht erfüllst. Denk nur daran, wie viele neue Fähigkeiten du dir über die Jahre hinweg angeeignet hast. Es wird kein Problem sein, dich schnell in die neuen Bereiche einzuarbeiten. Wenn du daran zweifelst, hilft es sehr, dir ein paar konkrete Situationen in Erinnerung zu rufen, wo du dir schnell neue Fähigkeiten angeeignet hast. 

 

Hochstapler-Syndrom - schon gehört? 

 

Da du jetzt weißt, dass die meisten Leute nicht 100% der Anforderungen erfüllen, wirst du dir viel weniger wie eine Hochstaplerin vorkommen. Es wird dir vielleicht auch helfen zu wissen, dass die meisten Menschen irgendwann in ihrem Berufsleben unter dem sogenannten Hochstapler-Syndrom leiden. Darunter versteht man das Gefühl, ein Hochstapler zu sein, weil man nicht alle Anforderungen einer Stelle erfüllt oder weil man ein “zu hohes” Gehalt ausgehandelt hat. 

 

Ich spreche das an, weil ich bemerkt habe, dass viele meiner Kundinnen daran zweifeln, ob sie für eine Stelle wirklich geeignet sind, ob sie ein Gehalt wirklich verdient haben, ob ihre Erfolge wirklich der Rede wert sind, usw. Natürlich betrifft das Hochstapler-Syndrom auch Männer, aber es scheint mir bei Frauen häufiger aufzutreten. Lass dich also nicht von deinen Zweifeln lähmen, sondern befreie dich guten Gewissens davon und konzentriere dich auf das, was du gut kannst. 

 

Analyse statt Paralyse

 

Statt wie das Kaninchen vor der Schlange vor dem leeren Word Dokument zu sitzen, beginne mit der Analyse der Stellenbeschreibung. Nimm einen Textmarker zur Hand und markiere die Anforderungen, die du erfüllst. Im nächsten Schritt markierst du auch die Aufgaben, die dich an dem Job besonders ansprechen. 

 

Notiere dir dann ein paar konkrete Beispiele, die deine Fähigkeiten am besten hervorheben. Denke an bestimmte Projekte oder Situationen, in denen du die Fähigkeiten unter Beweis gestellt hast. Notiere die Beispiele stichpunktartig. Das eine oder andere Beispiel kannst du dann in dein Motivationsschreiben einbauen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wirst du dann über die Vorbereitung froh sein. Anhand von konkreten Beispielen kannst du nämlich am besten deine Qualifikation darlegen. Du verschwendest hier also keine Zeit, weil du dir sowieso früher oder später Beispiele überlegen solltest.  

 

Lerne die Firma kennen

 

Eine Aufgabe solltest du noch erledigen, bevor du anfängst, dein Motivationsschreiben zu schreiben. Setze dich mit der Firma auseinander. Einerseits brauchst du das für dein Motivationsschreiben bzw. für das Vorstellungsgespräch, andererseits solltest du natürlich auch herausfinden, ob du wirklich bei der Firma arbeiten willst. Wenn dich die Firma nicht anspricht, wieso solltest du dich dann dort bewerben? Du willst ja deinen aktuellen Job nicht gegen einen schlechteren eintauschen. 

 

Schau dir also die Website genau an. Überlege dir, was dich daran anspricht. Das kann der Führungsstil sein, Sonderleistungen für Mitarbeiter, die Spezialisierung auf ein bestimmtes Produktsegment, die lange Erfahrung, die ambitionierten Ziele und vieles mehr. Wenn du dir darüber im Klaren bist, ob und warum du für die Firma arbeiten willst, kannst du endlich zur Tat schreiten und mit dem Motivationsschreiben beginnen. 

 

Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben? 

 

Du beginnst natürlich ein Motivationsschreiben wie jeden offiziellen Brief: Absender, Empfänger, Betreff, Ort und Datum. Das sollte selbstverständlich sein. Dann solltest du den Arbeitgeber wenn möglich persönlich ansprechen. Wenn in der Stellenanzeige keine Ansprechperson erwähnt ist, versuche auf der Website oder mit einem Anruf die korrekte Person herausfinden. 

 

Wichtig ist, immer daran zu denken, dass du das Motivationsschreiben persönlich auf die Stelle abstimmst und die Informationen einsetzt, die du gerade vorbereitet hast. Vermeide Standardformulierungen und Phrasen wie “Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle” oder “Mit großem Interesse habe ich die Stelle gefunden”. Das ist natürlich nicht falsch, aber einfach langweilig, da sicher 90% aller Motivationsschreiben, die ich je erhalten habe, so beginnen. Überlege dir einen anderen Einstieg und du wirst gleich ein bisschen herausstechen. Am besten startest du damit, warum du unbedingt diese Stelle haben möchtest - also mit deiner Motivation. Es heißt schließlich nicht ohne Grund Motivationsschreiben. 

 

Qualifikation und Motivation sind keine Gegensätze 

 

Natürlich geht es auch darum, den Arbeitgeber im Motivationsschreiben von deiner Qualifikation zu überzeugen. Das bedeutet aber nicht, dass du alle Stationen deines Lebenslaufs aufzählen musst. Das Motivationsschreiben ist nicht dein Lebenslauf in Textform. Konzentriere dich auf die relevanten Anforderungen, die du dir vorhin notiert hast. Baue die relevantesten Beispiele in dein Motivationsschreiben ein und verbinde sie mit deiner Motivation. 

 

Wie soll das gehen? Ganz einfach: Schreibe in das Motivationsschreiben, was dir an der Tätigkeit besonders Spaß macht. Der Arbeitgeber muss ein bisschen Begeisterung spüren können. Arbeitgeber suchen Mitarbeiter, die Freude an ihrer Arbeit haben. Das solltest du beim Schreiben eines Motivationsschreibens immer im Hinterkopf behalten. 

 

Besondere Leistungen und Qualifikationen nicht vergessen!

 

Auch wenn dir das vielleicht angeberisch vorkommt, solltest du unbedingt auf besondere Leistungen oder Qualifikationen eingehen. Eine meiner Kundinnen hatte während der Studienzeit sowohl mehrere Leistungsstipendien, als auch Einladungen zur Teilnahme an prestigeträchtigen Projekten erhalten. Da sie sich nicht bewusst war, dass das außergewöhnliche Leistungen sind, die sofort die Aufmerksamkeit der Arbeitgeber erregen werden, und weil sie nicht eingebildet erscheinen wollte, hat sie sie einfach in ihrem Lebenslauf unter ferner liefen aufgezählt. Wir haben diese Qualifikationen dann selbstbewusst im Anschreiben platziert. Das Ergebnis war, dass meine Kundin gleich am Tag nach dem Versand der ersten Bewerbung die Einladung zum Vorstellungsgespräch bekam und innerhalb einer Woche die Zusage für den Job in der Tasche hatte. 

 

Wer bist du?

 

Egal ob du besondere Leistungen vorzuweisen hast oder nicht, du solltest einen Absatz dafür nützen, dich dem Arbeitgeber als Person vorzustellen. Welche Eigenschaften zeichnen dich als Person aus? Was motiviert dich? Wofür kannst du dich begeistern? Was schätzen Kollegen an dir? All das sind wichtige Informationen, die dem Arbeitgeber bei der Einschätzung helfen, ob du ins Team und in die Firma passen wirst. 

 

Wenn du dich auch nach meinen Tipps noch fragst “Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben?”, hol dir meine gratis Bewerbungscheckliste oder kontaktiere mich direkt und wir arbeiten gemeinsam an deinem Motivationsschreiben. 

© 2018 Bettina Árnafjall. Erstellt mit Wix.com.

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Bettina Árnafjall

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