Wie schreibt man einen Lebenslauf? 

 

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, einen Lebenslauf zu schreiben. Trotzdem haben viele Menschen, und meiner Erfahrung nach vor allem viele Frauen, Schwierigkeiten damit, ihren Lebenslauf gut zu strukturieren und alle wichtigen und relevanten Informationen reinzupacken. 

 

Nachdem ich im letzten Jahr mit mehreren Frauen an ihren Bewerbungsunterlagen gearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass die meisten ähnliche Probleme haben. Die gute Nachricht ist: mit ein bisschen Vorbereitung kannst du diese Probleme leicht in den Griff kriegen. Hier sind die wichtigsten Antworten auf die Frage: “Wie schreibt man einen Lebenslauf?”. 

 

Nur relevante Berufserfahrung zählt

 

Wenn du ein paar meiner Artikel gelesen hast, ist dir sicher aufgefallen, dass ich immer wieder davon rede, dass du dir überlegen solltest, welche Teile deiner Berufserfahrung für die konkrete Stelle wirklich relevant sind. Wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst, hast du meistens noch nicht so viele verschiedene Erfahrungen. Nur dann macht es Sinn, die gesamte Berufserfahrung aufzunehmen. Falls du aber schon einige Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen hast, wird es zunehmend schwieriger, deine gesamten Qualifikationen auf zwei Seiten zusammenzufassen. Das ist der Punkt, an dem du dir überlegen solltest, welche Berufserfahrung für die aktuelle Stelle besonders relevant ist.

 

Praktische Beispiele gefällig?

 

Klingt das sehr theoretisch? Dann lass mich ein Beispiel geben: Ich habe verschiedenste Erfahrungen im Laufe meiner Karriere gesammelt: Customer Service, Teamleitung, Projektmanagement, Account Management und Recruiting in meiner Funktion als Teamleiterin. Suche ich nach einem neuen Job, dann suche ich natürlich breit gefächert nach allen Schlagworten, die zu meinem Profil passen. Wenn ich mich dann bewerbe, stelle ich in meinem Lebenslauf und Motivationsschreiben die Erfahrungen in den Vordergrund, die für diese Stelle besonders wichtig sind. Für eine Stelle im Projektmanagement sind andere Erfahrungen wichtig als für eine Stelle im Customer Service oder als Teamleiterin. 

 

Ich lasse meine anderen Erfahrungen nicht unter den Tisch fallen, denn sie sind ein Teil meines Gesamtpakets, aber ich beschreibe die wichtigsten als erstes und detaillierter. Die anderen reduziere ich dann auf ein Minimum, damit der Lebenslauf nicht zu überladen und unübersichtlich wird. Das ist auch der Punkt, an dem du auf Schullaufbahn, Studentenjobs, Details zu akademischen Leistungen und Hobbies verzichten kannst. 

 

Wenn du dich auf die für diese Stelle relevantesten Erfahrungen konzentrierst, leitest du das Auge des Arbeitgebers. Du stellst sicher, dass er nicht viel Zeit aufwenden muss, um herauszufinden, ob du für die Stelle geeignet bist oder nicht. Wenn einfach sämtliche Erfahrungen und Informationen in den Lebenslauf gepackt werden und der Arbeitgeber mühsam nach den relevanten Informationen suchen muss, wird er deinen Lebenslauf vielleicht auf den “Schau ich mir an, falls ich niemand anderen finde”-Stapel legen. Vor allem, wenn er mehr als genug Bewerbungen bekommt. 

 

Wie detailliert soll es sein?

 

In meiner Rolle als Teamleiterin und beim Coachen meiner Kundinnen ist mir aufgefallen, dass entweder viel zu viele Informationen zu einer Stelle geliefert werden oder viel zu wenige. Beides ist nicht gut. 

 

Die Tendenz geht in den letzten Jahren dahin, für jede Station der Karriere einen Absatz zu verfassen. So viel Text ist meiner Meinung nach nicht ideal für vielbeschäftigte Arbeitgeber. Je mehr Text, desto höher ist die Gefahr, dass sie den Lebenslauf nur überfliegen oder gar nicht lesen. Außerdem wird der Lebenslauf schnell viel zu lang, vor allem wenn du schon ein paar Positionen inne hattest. Konzentriere dich lieber auf die konkrete Stelle, auf die du dich bewirbst, und was dafür wichtig ist. Reduziere alles Irrelevante auf ein Minimum und verwende Stichpunkte zur besseren Strukturierung. Das ist viel übersichtlicher und leichter zu verdauen als ein langer Fließtext. 

 

Das Gegenteil davon sind Lebensläufe, in denen jede Stelle mit ein paar allgemeinen Stichworten beschrieben ist. Das kann den Eindruck hinterlassen, dass du wenig Erfahrung hast oder dass du dir wenig Mühe beim Schreiben des Lebenslaufs gemacht hast. Außerdem sind in unterschiedlichen Unternehmen die einzelnen Rollen unterschiedlich definiert. Laborarbeit, Teamleitung, Verkauf, Projektmanagement, Marktforschung… das kann alles so viel bedeuten. Da musst du schon stichwortartig die wichtigsten Aufgaben aufzählen. Du kannst dir nicht erwarten, dass der Arbeitgeber sich darauf verlässt, dass mit einem weit gefassten Begriff auch die Aufgaben abgedeckt sind, die für ihn wichtig sind. Wenn es dir schwer fällt, die Aufgaben niederzuschreiben, überlege dir, wie du deiner Familie oder deinen Freunden deine tägliche Arbeit beschreiben würdest. Mach dir Notizen - oder lass eine andere Person Notizen machen. Überarbeite sie dann so, dass auch Außenstehende verstehen, was du den ganzen Tag machst. 

 

Auszeichnungen und Erfolge

 

Das ist ein Bereich, der uns Frauen besonders schwer fällt: stolz auf unsere Leistungen und Erfolge zu sein und darüber zu sprechen. Wir sollen nicht arrogant und angeberisch erscheinen. Das ist aber leider die falsche Strategie im Bewerbungsprozess. Im Bewerbungsprozess musst du das hervorheben, was dich einzigartig macht und von den Mitbewerbern unterscheidet. 

 

Wenn du besondere Auszeichnungen gesammelt hast, nimm sie bitte unbedingt an prominenter Stelle in deinen Lebenslauf auf. Darunter fallen Leistungsstipendien, Preise, Förderungen, Einladungen zu prestigeträchtigen Veranstaltungen usw. Solche Leistungen geben dir einen klaren Wettbewerbsvorteil, vor allem am Anfang deiner Karriere. Also verstecke sie nicht am Ende deines Lebenslaufs, denn wer weiß, ob der Arbeitgeber so weit liest. Platziere sie auf der ersten Seite. Am besten wählst du dafür eine moderne Vorlage, die mit Spalten oder Boxen eine platzsparende Möglichkeit bietet, zusätzliche Informationen auf der ersten Seite anzubringen. Google einfach “moderner Lebenslauf” und du wirst mehr als genug passende Vorlagen finden.  

 

Auf das Layout kommt es an

 

Die allermeisten Lebensläufe sind selbstgebastelte Tabellen in einem Worddokument. Dementsprechend sehen sie auch aus. Das ist verständlich, denn die meisten von uns sind keine Grafiker und haben wenig Erfahrung mit der Gestaltung von Dokumenten. Das müssen wir aber auch gar nicht können. Es gibt inzwischen sehr viele günstige Vorlagen im Internet, wo du nur noch deine Daten eintragen musst. Das ist gut investiertes Geld, denn mit einer professionellen Vorlage stichst du sicher heraus. 

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Tipps deine Frage “Wie schreibt man einen Lebenslauf” beantworten. Hol dir auch meine gratis Bewerbungscheckliste, die dir bei der Vorbereitung deiner Bewerbungsunterlagen hilft. Wenn du noch weitere Hilfe brauchst, melde dich bei mir für ein unverbindliches Telefongespräch. 

© 2018 Bettina Árnafjall. Erstellt mit Wix.com.

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Bettina Árnafjall

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